zur Geschichte

 
Historisches
der Privilegierten Schützengilde Dommitzsch
 
 
„Anbey ist auch allhier der Schützen-Gesellschaft hiesiges Ortes zu gedenken, welche allerdinges sehr ansehnlich ist, ob gleich der Ort an sich selbst nicht der größte genennet werden kan.“ So schrieb im Jahr 1750 der Chronist Röder in seinen „Historischen Nachrichten von der alten Meißnischen Grenz-Stadt Dommitzsch“. Er lässt jedoch leider offen, in welchem Jahr der Zusammenschluss der Dommitzscher Bürger zu dieser Schützengilde zu suchen ist. Da im 30jährigen Krieg viele Akten vernichtet wurden, hätte auch der Chronist Röder sicher nur Vermutungen aussprechen können. Das „Deutsche Städtebuch“ setzt das Gründungsjahr mit 1700 an. Hierbei kann es sich nur um eine „Neugründung“ handeln. Auf Mitteilungen der Schützen aus dem Jahr 1936 wird als Gründungsjahr 1460 angeführt, was jedoch auch kein Beweis ist.
 
Fotoalbum Pfarrer 7 - Heimatfest 1929        Fotoalbum Pfarrer 6 - Heimatfest 1929        Umzug 1935 2
 
 
Im Jahr 1923 wiederum wird das 250jährige Bestehen gefeiert, was auf eine Gründung im Jahre 1673 hindeuten würde. Deshalb entschieden sich auch die Mitglieder im Jahr 1999 zur „Wieder- oder Neugründung“ für das Gründungsjahr 1673 und vermerkten dies auch auf ihrem Vereinswappen.
 
Die damalige Gilde wurde in Grenadiere und Musketiere unterteilt. 1811 kam als 3. Abteilung die der Jäger dazu. Im Jahr 1813 wurde dann durch den Magistrat und den Schützenoffizieren beschlossen, dass die Gilde nur noch aus einer Kompanie bestehen soll. Diese wurde unterteilt in 1 Division „Blaue Schützen“ und eine 2. Division „Grüne Schützen oder Jäger“. Dies wurde auch bei der Wiedergründung im Jahre 1999 übernommen.
 
Schützenkönig Richard Rabe im Jahr 1935

Schützenkönig Richard Rabe im Jahr 1935

 
Am 29.06.1753 erhielt die Gilde vom Sächsischen König Friedrich August eine gebrauchte, gut erhaltene Fahne aus dem Dresdener Zeughaus. Sie trug das sächsische und das polnische Wappen sowie die Initialien A.R. (Augustus Rex). 1815 erhielt die Gilde eine 2. Fahne. Als im Jahr 1815 Dommitzsch zu Preußen kam,  verbot die Regierung auf Anfrage der Schützen aus Dommitzsch das Tragen der sächsischen Fahnen. So wurde am 11.08.1901 eine neue Fahne geweiht. Diese wurde in Torgau gefertigt und die Stadt Dommitzsch beteiligte sich mit 50,- Mark daran.
 
Fotoalbum Pfarrer 4 - Fahnenweihe 1901   Fotoalbum Pfarrer 3 - Fahnenweihe 1901
 
Am 04.03.1909 wurde die alten sächsischen Fahnen auf Bitten der Verwaltung dem Dresdener Museum übergeben, da 1898 eine „Sächsische Arsenal-Sammlung“ gegründet wurde. Einen Nachweis zum Verbleib dieser beiden Fahnen gibt es nicht mehr, da in Folge des Krieges 1945 die alten Inventarverzeichnisse vernichtet wurden. Im Bestand des Nachfolgers der Sächsischen Arsenal-Sammlung, dem „Militärhistorischen Museum der Bundeswehr Dresden“ sind sie nicht aufgeführt. Der Verbleib der Fahne von 1901 ist ebenso ungeklärt.
 
Schützenhaus Hankewitz im Jahr 1925

Schützenhaus Hankewitz im Jahr 1925

 
Ausführliche Informationen zum Schützenwesen in Dommitzsch sind in der Broschüre „Beiträge zur Geschichte der Stadt Dommitzsch – Teil 3“ vom Dommitzscher Geschichtsverein sowie in der Chronik der Stadt Dommitzsch (2007) von Herrmann Förster und beim Chronisten der Privilegierten Schützengilde Dommitzsch e.V. nachzulesen.
 
Schükö Hermann Trautmann 1                 Schützen 1935 -1